Therapie
Was ist Verhaltenstherapie?
Psychische Störungen werden als ungünstig verlaufene Lernprozesse verstanden. Die Verhaltenstherapie geht von auslösenden Faktoren für ein Problem aus sowie von Bedingungen, die ein Problem aufrechterhalten. Auch die daraus resultierenden Konsequenzen werden beleuchtet. Mit den Patienten und gegebenenfalls mit der Familie werden individuelle Therapieziele ermittelt.
Die Verhaltenstherapie soll menschliches Leid lindern und die Handlungsfähigkeit erweitern. Bei der Therapieplanung werden Bedürfnisse und Alltag des Patienten miteinbezogen.
In der Therapie werden mit dem Patienten Verhaltensweisen eingeübt, die ihm den Umgang und die Lösung mit aktuellen Problemen erleichtern und ermöglichen.
Vor allem bei jüngeren Kindern ist die Zusammenarbeit mit den Eltern wichtig.
Ablauf einer Verhaltenstherapie für Kinder und Jugendliche
Der Einstieg in eine ambulante Verhaltenstherapie beginnt mit einer psychotherapeutischen Sprechstunde. Hier wird gemeinsam geklärt, ob eine psychische Störung mit Behandlungsbedarf vorliegt und ob eine Therapie sinnvoll ist. Darauf folgen mehrere probatorische Sitzungen (bis zu 5 Sitzungen), in denen sich Kind, Eltern und Therapeutin kennenlernen. Durch Gespräche, Beobachtungen und gegebenenfalls Testverfahren wird die Situation genauer eingeschätzt und die Therapieziele werden gemeinsam festgelegt. Bevor die Behandlung beginnen kann, ist eine kurze ärztliche Untersuchung (Konsiliaruntersuchung) erforderlich, um körperliche Ursachen auszuschließen. Anschließend wird der Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse gestellt.
| Therapieform | Umfang | Ziel / Besonderheit |
|---|---|---|
| Kurzzeittherapie I (KZT I) | 12 Sitzungen | Erste Behandlungsphase nach Genehmigung |
| Kurzzeittherapie II (KZT II) | weitere 12 Sitzungen | Vertiefung der begonnenen Behandlung |
| Langzeittherapie (LZT) | bis zu 60 Sitzungen | Für komplexe oder länger bestehende Störungsbilder |
Nach jeder Phase wird geprüft, ob eine Fortsetzung oder Beendigung der Therapie sinnvoll ist. Zusätzlich können bis zu 6 Sitzungen Elternberatung oder Bezugspersonengespräche beantragt werden, um die Therapie des Kindes bestmöglich zu unterstützen. Nach Bewilligung startet die regelmäßige Therapie – in der Regel einmal wöchentlich für 45 bis 50 Minuten. Die Eltern werden regelmäßig einbezogen, um Fortschritte im Alltag zu fördern und Rückfälle vorzubeugen. Ziel der Therapie ist es, Gefühle, Gedanken und Verhalten besser zu verstehen und zu verändern – damit das Kind oder der Jugendliche sich im Alltag wieder sicher, stark und zufrieden fühlen kann.
Wann finden die Termine statt?
Die Sitzungen finden normalerweise wöchentlich statt. Oft werden die Abstände zum Ende der Therapie erweitert.